Zum dritten Mal auf der Melchsee-Frutt! Bei den Drittklässlern zeigten sich schon im Voraus detaillierte Hoffnungen und Befürchtungen: Ist der Fun-Park präpariert? Steht der Hot-Pot noch? Wie heisst die Lagerwährung? Ob braune Crêpes mit oranger Sauce auf dem Menüplan drohen?

Erstklässler gingen die Sache unbedarfter an, hätten allerdings in Sachen Gepäcktechnik noch Raum für Verbesserungen. Man sah kleine Leute mit grossem Gepäck sich über den gefrorenen See Richtung Lagerhaus quälen. Das erste Mittagessen war darum echt willkommen und um es klar zu sagen: Das Essen war die ganze Woche gut und vielseitig, was sogar unser lagerinterner frankophoner Gastrokritiker mehrheitlich bestätigte und zum Teil sogar lobte.

Der dezent nach Kuhstall riechende Gemeinschaftsraum wurde nun unser gemütliches Zuhause. Hier wurden Dart-Duelle ausgetragen, Nagel-Wetten am Holzklotz gehämmert, Kuchenbuffets geplündert, Handschuhe am heissen Ofenrohr geschmort und diverse Würfel- und Kartenspiele gewonnen oder verloren. Immer im Hintergrund dabei: Ein bekanntes Lied der «Ärzte» in Endlosschleife.

Genug gelesen? Video ist hier...

Kaum waren wir auf der Piste, begann die Temperatur zu sinken. Am Dienstag wurden bei minus 22 Grad erste weisse Nasenspitzen gesichtet und behandelt. Ein effektvoller Versuch eines Leiters mit heissem Wasser und kalter Luft begeisterte das Publikum, während Skis und Boards trotz Wachs eher wie Bremsen als wie Sportgeräte wirkten. Die Mädchengruppe, die aus Platznot in der Jurte neben dem Haus übernachtete, erfuhr aufrichtiges Mitleid seitens der anderen Lagerteilnehmer. (Übrigens völlig unbegründet: Die Girls hatten zwei Öfen im Dauerbetrieb und schliefen praktisch in einer Sauna.)
Schon am Donnerstag war nichts mehr von sibirischen Verhältnissen zu spüren. Balliger Schnee und milde Temperaturen sorgten für Schweissausbrüche unter zu vielen Schichten von Funktionskleidung. Beinahe kam Sehnsucht nach der vergangenen Kältephase auf.

Am Abend gab es Spiele, Olympiaden, Hot-Pot-Sitzungen, Aktivitäten im Schnee bei Vollmond und klarem Himmel und natürlich immer wieder Gelegenheiten sich mit Lagerwährung zu versorgen. (Grundeinheit war der «Püggel». 100 Püggel ergaben ein Ekzem. Allein der allgegenwärtige Satz: «Sie, was mues ich mache, dass ich Püggel überchume?» sorgte für wiederkehrende Heiterkeit.) Erfahrene Teilnehmer wussten: Es lohnt sich Initiative zu zeigen und freiwillig Jobs zu übernehmen. Schliesslich will niemand am Freitag Abend ohne Cash im Casino sein! Ganz zu schweigen von der anschliessenden Auktion, wo so wichtige Dinge wie Red-Bull, Zungentatoos und Furzkissen zu ersteigern sind.

Viel zu schnell war die Woche auch schon wieder vorbei, obwohl die Beinmuskulatur längst um Gnade winselte. Nachdem zwei Badetücher, eine graue Mütze und diverse schwarze Handschuhe ihren vergesslichen Besitzer wiedergefunden hatten traten wir die Heimreise an. Vor einem Jahr war die Gondelbahn hinunter zur Stöckalp wegen heftigen Winden geschlossen und die Jugendlichen fuhren gezwungenermassen die lange Talabfahrt samt schwerem Gepäck. Diesmal erfreute sich die Hälfte der Teilnehmer freiwillig dieser letzten sportlichen Aktivität – wohlgemerkt nach einer typischen «letzten Nacht», also mit einem Minimum an Schlaf…

 

Resultate des Ski/Border-Cross am Freitag:

Ski Mädchen 1. Alexandra Jäger
2. Alina Jauch
3. Rebecca Stanek
  Knaben 1. Tobias Isaak
2. Livio Scrivano
3. Cédric Künzle
Board Mädchen 1. Andrina Truninger
2. Naomi Doujak
3. Ronja Fabech
  Knaben 1. Severin Anderes
2. Alem Feratovic
3. Jérémie Stettler

 

 

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